Across 110th Street von Bobby Womack (1972)

Song Factsheet
Songtitel: Across 110th Street
Künstler: Bobby Womack
Album: Across 110th Street (Original Soundtrack)
Jahr: 1972
Songwriter: Bobby Womack, J.J. Johnson
Produzent: J.J. Johnson
Genre: Soul
Subgenre: Blaxploitation-Soundtrack / Funk-Soul
Samples oder Coverversionen: - 50 Cent – „Poor Lil Rich“ (2003) samplet zentrale Elemente des Songs (Quelle: WhoSampled); Calvin Richardson – Coverversion auf „Bobby Womack Tribute: Facts of Life“ (2009); auch häufig in Mashups und Neu-Arrangements in Hip-Hop-Produktionen verwendet (u.a. Anthony Hamilton, Damon Albarn in „Across 110th Street“ 2014, Quelle: WhoSampled.com)

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Im Podcast
Episode: STH2 ep03
Motto: Soundtrack Songs
Titelnummer: 5
Presenter: Chris
Extra Info: Film: Jackie Brown
Chart Platzierungen
Beste Chartplatzierung Deutschland:
· Deutschland
Top 3 Chartplatzierungen weltweit:
· USA Platz 19 1972
· Großbritannien Platz 56 1973
· Niederlande Platz 40 1973
Auszeichnungen & Preise
Film- und TV-Bezüge
- Titeltrack des Films ‚Across 110th Street‘ (1972) - Eröffnet und beendet Quentin Tarantinos ‚Jackie Brown‘ (1997) - Verwendung im Film ‚American Gangster‘ (2007, Regie: Ridley Scott)
Quellen

Bobby Womacks „Across 110th Street“ ist soulige New Yorker Zeitgeschichte – ein Klassiker, der nicht nur Filmfans begeistert und bis heute Generationen inspiriert.

Hintergrundinfos

Musik als Spiegel der Stadt
Bobby Womack komponierte den Song gemeinsam mit J.J. Johnson als musikalisches Spiegelbild des rauen Lebens der afroamerikanischen Gemeinschaft in Harlem, wobei 110th Street als symbolische Grenze für Armut und Rassismus in New York City gewählt wurde.
Der Sound des Blaxploitation
Bobby Womack komponierte den Song gemeinsam mit J.J. Johnson als musikalisches Spiegelbild des rauen Lebens der afroamerikanischen Gemeinschaft in Harlem, wobei 110th Street als symbolische Grenze für Armut und Rassismus in New York City gewählt wurde.
Womacks Authentizität
Bobby Womack verband in seinen Texten autobiografische Elemente und Beobachtungen aus seinem Umfeld, wodurch der Song besonders authentisch und glaubwürdig wirkt – seine persönlichen Erfahrungen als Musiker in den Straßen der 1970er Jahre klingen im Text deutlich an.

Triviawissen

Ursprünglicher Titel
Der Arbeitstitel des Songs lautete „Harlem Street Blues“, wurde aber auf Wunsch der Filmproduzenten geändert, um die geografische und soziale Trennlinie stärker hervorzuheben.
Tarantinos Einfluss
Quentin Tarantino war so begeistert vom Song, dass er Bobby Womack persönlich anrief, um die Freigabe für „Jackie Brown“ zu erhalten – ein Anruf, der Womack nach eigenen Angaben „sprachlos“ machte.
Majestätischer Gang
Bobby Womack verband in seinen Texten autobiografische Elemente und Beobachtungen aus seinem Umfeld, wodurch der Song besonders authentisch und glaubwürdig wirkt – seine persönlichen Erfahrungen als Musiker in den Straßen der 1970er Jahre klingen im Text deutlich an.
Sampling-Quelle
Bis heute ist „Across 110th Street“ laut WhoSampled in über 25 offiziellen Tracks gesampelt worden, besonders im Hip-Hop und R’n’B Bereich.
Großstadt-Kulisse
Im Musikvideo zur jüngeren Neuauflage sind Originalaufnahmen aus Harlem der 1970er Jahre zu sehen – ein authentisches Zeitdokument, das selten im Fernsehen lief.

I was just trying to tell the truth about the way it was in those days — you can’t fake soul.

Bobby Womack
Interview mit The Guardian (1997) zur Wiederentdeckung des Songs nach Tarantinos „Jackie Brown“.

Rezension

Wer bei „Across 110th Street“ nicht sofort den Großstadt-Beat spürt, sitzt vermutlich fest auf der musikalischen Ersatzbank. Bobby Womacks Soul-Meisterwerk ist mehr als ein Soundtrack zum gleichnamigen Film – es ist ein Streetlife-Geschichtenerzähler, der Harlem in Tönen einfängt wie kaum ein anderer Song zuvor. Die ersten Akkorde rollen wie ein Cadillac durch die Straßenschluchten der Stadt, während Womacks Stimme irgendwo zwischen Hoffnung und Resignation pendelt.Anders als viele seiner Zeitgenossen hat sich Womack nie auf der sicheren Seite ausgeruht – er hat New Yorks Schattenseite in Musik gemeißelt und einen Klassiker geliefert, der Jahrzehnte später von Quentin Tarantino ins Rampenlicht zurückgeholt wurde. Während sich Barbie und Ken in knallbunten Cabriolets das Leben schönzimmern, bleibt Bobby Womacks Sound der verbeulte Chevy, der auf 110th Street kurz mal den Motor aufheulen lässt. Wer Womacks Spuren heute sucht, wird übrigens nicht nur in Film und Fernsehen fündig: Mit mehreren posthumen Veröffentlichungen und Huldigungen – wie dem vielbeachteten Tribute-Album von Calvin Richardson – bleibt seine Stimme Teil der urbanen Soundwelt, die niemals schläft.

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