Tom Waits, der kauzige Chronist der Außenseiter, lädt mit „Clap Hands“ zum Trip durch nächtliche Straßen, wo Schatten tanzen und Geschichten in den Bordsteinschluchten rumoren. Wortakrobatik und Klangtüftelei sind hier keine Spielereien, sondern Markenzeichen: Wer mit feinem Ohr hinhört, entdeckt in dem Song nicht nur schiefe Melodien, sondern auch klapprige Rythmusmaschinen aus alten Kisten, Besen und der Fantasie eines Musikpoeten. Während halb 1980er-Hollywood noch knallbunte Synth-Pop-Träume schiebt, legt Waits das Ohr an den Asphalt und zieht das Publikum in eine andere Welt – düster, schmutzig, aber immer tief poetisch. Der Mann, der einst noch auf dem Barhocker mit Whiskeyglas croonte, mutierte spätestens mit „Rain Dogs“ zum urbanen Soundarchitekten, der mit jedem Ton Geschichten von verlorenen Seelen, flackernden Lichtern und dem wilden Puls der Stadt erzählt. Inzwischen bleibt Tom Waits, trotz seltener neuer Musik, ein Fixstern für alle Abseitigen und Abenteurer, dessen Einfluss von Indie bis Hip-Hop reicht.