Supertramp – das sind doch die, die mit Bläsern jonglieren wie andere mit Marshmallows, oder? Mit „Dreamer“ schicken sie seit 1974 einen musikalischen Luftballon auf die Reise, der mit jedem Hören ein bisschen höher in die Prog-Rock-Atmosphäre aufsteigt. Der Song klingt wie das Herzklopfen eines Teenagers, der zum ersten Mal davon träumt, in einem Stadion zu stehen – und aus Versehen gleich ein ganzes Orchester anstimmt. Obwohl Supertramp heute eher als Legenden der siebziger Jahre gehandelt werden, ruft „Dreamer“ auch digital-native Ohren regelmäßig die imaginären Glitzerhosen auf den Plan. Ganz zu schweigen von Roger Hodgsons Solo-Auftritten in den letzten Jahren: Da werden Träume auf die Bühne gewuchtet, als hätte die Band nie aufgehört, Kartonklaviere zu bespielen. Und apropos Supertramp-Stimmung: Hodgson selbst war bis zuletzt auf Welttour unterwegs (2023 in Südamerika!) – und natürlich bleibt „Dreamer“ dabei immer gesetzt im Repertoire. Für alle, die glauben, Hopepunk sei ein Stil der 2020er, empfiehlt sich dringend ein Ohr voller Supertramp.