Vergiss alle Rock-Klischees – „Eleanor Rigby“ ist britischer Pop-Kammermusik-Drama-Queen in zwei Minuten und sechs Sekunden. Während andere Bands noch Gitarren stimmen, lassen die Beatles über Streichern lamentieren – ganz ohne selbst ein einziges Instrument zu zupfen! Das dramatische Schicksal einer Frau, die plötzlich niemanden mehr hat, entwickelt sich in „Eleanor Rigby“ zur Empathie-Offensive für Millionen Hörer*innen. Wer dachte, die Fab Four beschränken sich auf „Yeah Yeah Yeah“, der erlebt spätestens bei diesem Song die Magie des musikalischen Storytellings zwischen Herz und Hirn.Auch über 50 Jahre nach Veröffentlichung steht Eleanor Rigby als Synonym für den musikalischen Mut, unbequeme Themen zu inszenieren – und das in Kompositionen, die das Pop-Genre um neue klangliche Universen erweitern. Paul McCartney, Sir, hält das Songwriting-Handwerk übrigens nicht auf: Neben der Reunion mit Ringo Starr arbeitet er aktuell mit dem Animated-Filmteam von „High In The Clouds“ und setzt sich weiterhin für musikalische Bildung ein. Beatles-Genialität bleibt wohl auf ewig: „All the lonely people, where do they all belong?“