Während Led Zeppelin oft mit donnernden Riffs und epischem Bombast in Verbindung gebracht werden, kommt „Friends“ wie ein leiser, aber geheimnisvoller Gruß daher. Mit indisch gefärbten Streichern, Rätsel-Text und gitarrenverrückter Stimmung steht der Song zwischen Hippie-Klischee und tiefgründiger Weltmusik-Avantgarde. Schon das Fehlen von Bonhams druckvollem Schlagzeug verrät: Hier weht ein anderer Wind, irgendwo zwischen Woodstock und Maharishi.Das schräge Orchester aus Bombay bringt einen psychedelisch-meditativen Unterton, während Robert Plant seine Botschaft zwischen süßer Melancholie und spiritueller Hoffnung pendeln lässt. Dass „Friends“ als Bindeglied zu späteren Ethno-Experimenten wie „Kashmir“ gilt, macht den Song umso spannender — ein echter Außenseiter im Zeppelin-Kosmos. Und echt jetzt: Wer hätte gedacht, dass ein britischer Hardrock-Ami sich mitten in Wales mit Sitar-Fantasien und orchestralen Klimmzügen in die 70s katapultiert? Wer heute in den Sphären von Page & Plant schwelgen will, entdeckt spätestens bei ihren Solo- und Reunion-Projekten, wie wegweisend diese paar Minuten „Friends“ waren.