Friends von Led Zeppelin (1970)

Song Factsheet
Songtitel: Friends
Künstler: Led Zeppelin
Album: Led Zeppelin III
Jahr: 1970
Songwriter: Jimmy Page, Robert Plant
Produzent: Jimmy Page
Genre: Rock
Subgenre: Folk Rock, Psychedelic Rock
Samples oder Coverversionen: Friends enthält keine Samples und ist keine Coverversion. Coverversionen gibt es unter anderem von Gov’t Mule und Dread Zeppelin (Quelle: https://www.whosampled.com/Led-Zeppelin/Friends/). Im Original wurden keinerlei Fremdkompositionen verwendet.

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Im Podcast
Episode: STH2 ep02
Motto: Teenage Years
Titelnummer: 3
Presenter: Steffen
Extra Info:
Chart Platzierungen
Beste Chartplatzierung Deutschland:
· Deutschland Platz 7 1970-12-01
Top 3 Chartplatzierungen weltweit:
· UK Platz 1 1970-10-17
· USA Platz 1 1970-10-17
· Kanada Platz 1 1970-10-31
Auszeichnungen & Preise
RIAA 6-fach Platin (für das Album Led Zeppelin III) 1999-11-14
Film- und TV-Bezüge
Der Song fand bislang keine direkte Verwendung in großen Hollywood-Filmen oder TV-Serien, ist aber regelmäßig Teil von Led-Zeppelin-Dokumentationen und Musiksendungen, etwa dem BBC-Special „The Nation’s Favourite Led Zeppelin Song“ (2016).
Quellen

Led Zeppelins Song „Friends“ aus dem Album III überrascht mit indischen Einflüssen, psychedelischen Streichern und ist ein Highlight fernab typischer Rock-Gewohnheiten.

Hintergrundinfos

Indische Einflüsse und Streicherexperimente
Jimmy Page und John Paul Jones wollten mit „Friends“ gezielt experimentelle Klänge erzeugen und setzten dabei auf ungewöhnliche Gitarrenstimmungen sowie Streicherarrangements mit indischer Anmutung, die von Paul Jones arrangiert und mit Musikern der Bombay Symphony Orchestra eingespielt wurden.
Text: Distanz und Versöhnung
Jimmy Page und John Paul Jones wollten mit „Friends“ gezielt experimentelle Klänge erzeugen und setzten dabei auf ungewöhnliche Gitarrenstimmungen sowie Streicherarrangements mit indischer Anmutung, die von Paul Jones arrangiert und mit Musikern der Bombay Symphony Orchestra eingespielt wurden.
Aufnahmen im Cottage
Die Grundidee und viele Akkordfolgen des Songs entstanden während der Band-Retreats im abgeschiedenen walisischen Cottage Bron-Yr-Aur, wo die Band 1970 neue Inspiration abseits der Großstadt suchte und den Grundstein für viele Songs des Albums legte.

Triviawissen

Ungewöhnliche Gitarrenstimmung
Für „Friends“ verwendete Jimmy Page eine offene C6-Stimmung, was nur bei wenigen Led Zeppelin-Stücken zum Einsatz kam.
Live selten gespielt
„Friends“ wurde von der Band nur extrem selten live performt — eine der wenigen bekannten Live-Versionen stammt vom 13. November 1994 im Rahmen von Pages und Plants „Unledded“-Tour.
Sitarka-osphere
Die Grundidee und viele Akkordfolgen des Songs entstanden während der Band-Retreats im abgeschiedenen walisischen Cottage Bron-Yr-Aur, wo die Band 1970 neue Inspiration abseits der Großstadt suchte und den Grundstein für viele Songs des Albums legte.
John Bonham fehlt
Schlagzeuger John Bonham ist auf „Friends“ überhaupt nicht zu hören — der Song kommt komplett ohne Drums aus.
Ironisches Ende
„Friends“ geht auf dem Album nahtlos in den nächsten Track „Celebration Day“ über; ein seltener Nahtlos-Album-Übergang, der bei Led Zeppelin kaum vorkam.

We wanted to break that wall of heavy blues and experiment with more acoustic, more world music influences.

Jimmy Page
Interview mit dem „Guitar World Magazine“ (Ausgabe 5/1998), als er nach der stilistischen Wende zu Led Zeppelin III gefragt wurde.

Rezension

Während Led Zeppelin oft mit donnernden Riffs und epischem Bombast in Verbindung gebracht werden, kommt „Friends“ wie ein leiser, aber geheimnisvoller Gruß daher. Mit indisch gefärbten Streichern, Rätsel-Text und gitarrenverrückter Stimmung steht der Song zwischen Hippie-Klischee und tiefgründiger Weltmusik-Avantgarde. Schon das Fehlen von Bonhams druckvollem Schlagzeug verrät: Hier weht ein anderer Wind, irgendwo zwischen Woodstock und Maharishi.Das schräge Orchester aus Bombay bringt einen psychedelisch-meditativen Unterton, während Robert Plant seine Botschaft zwischen süßer Melancholie und spiritueller Hoffnung pendeln lässt. Dass „Friends“ als Bindeglied zu späteren Ethno-Experimenten wie „Kashmir“ gilt, macht den Song umso spannender — ein echter Außenseiter im Zeppelin-Kosmos. Und echt jetzt: Wer hätte gedacht, dass ein britischer Hardrock-Ami sich mitten in Wales mit Sitar-Fantasien und orchestralen Klimmzügen in die 70s katapultiert? Wer heute in den Sphären von Page & Plant schwelgen will, entdeckt spätestens bei ihren Solo- und Reunion-Projekten, wie wegweisend diese paar Minuten „Friends“ waren.

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