I Don’t Like Mondays von Tori Amos (2001)

Song Factsheet
Songtitel: I Don't Like Mondays
Künstler: Tori Amos
Album: Strange Little Girls
Jahr: 2001
Songwriter: Bob Geldof, Johnnie Fingers (Original von The Boomtown Rats)
Produzent: Tori Amos
Genre: Alternative Rock
Subgenre: Singer-Songwriter, Cover-Version
Samples oder Coverversionen: Der Song ist ein Cover des Originals „I Don’t Like Mondays“ von The Boomtown Rats aus dem Jahr 1979, keine weiteren Samples verwendet.

Song oder Motto Playlist hören

Jetzt Podcast Episode hören

Im Podcast
Episode: STH2 ep04
Motto: Coversongs, besser als das Original
Titelnummer: 6
Presenter: Chris
Extra Info: Original: Boomtown Rats
Chart Platzierungen
Beste Chartplatzierung Deutschland:
· Deutschland
Top 3 Chartplatzierungen weltweit:
· UK (Original) Platz 16 Juli 1979
· Irland (Original) Platz 1 Juli 1979
· Australien (Original) Platz 3 September 1979
Auszeichnungen & Preise
Ivor Novello Award (Original) 1979
Film- und TV-Bezüge
Der Song (in diversen Versionen) wurde in mehreren Filmen und Serien genutzt, etwa in „California Dreamin'“ (2007). Die Tori Amos-Version wurde bislang nicht in bedeutenden Filmen oder Serien prominent verwendet.
Quellen

Tori Amos’ düster-intensives Cover von „I Don’t Like Mondays“ aus „Strange Little Girls“ liefert eine beeindruckende, weibliche Neuinterpretation des Rockklassikers.

Hintergrundinfos

Perspektivwechsel eines Klassikers
Tori Amos wählte für ihr Album „Strange Little Girls“ ausschließlich Songs, die ursprünglich von Männern geschrieben und gesungen wurden, um sie aus weiblicher Perspektive neu zu interpretieren; ihre Version von „I Don’t Like Mondays“ verleiht der tragischen Geschichte eine tiefgründigere Emotionalität und kritische Distanz.
Tragischer Realbezug
Tori Amos wählte für ihr Album „Strange Little Girls“ ausschließlich Songs, die ursprünglich von Männern geschrieben und gesungen wurden, um sie aus weiblicher Perspektive neu zu interpretieren; ihre Version von „I Don’t Like Mondays“ verleiht der tragischen Geschichte eine tiefgründigere Emotionalität und kritische Distanz.
Soundästhetik als Statement
Tori Amos setzt bei ihrer Interpretation auf eine zurückgenommene Instrumentierung und ihren charakteristischen, eindringlichen Gesang, wodurch der Fokus auf den bedrückenden Text und die düstere Stimmung gelenkt wird, und grenzt sich damit bewusst von der energetischen New-Wave-Produktion des Originals ab.

Triviawissen

Inspiration durch Zeitungsartikel
Bob Geldof wurde zum Songwriting inspiriert, als er die Nachricht von Brenda Spencers Tat live auf einem Fernschreiber im Büro las.
Wechsel der Perspektiven
Tori Amos ordnet jeder ihrer Songinterpretationen auf „Strange Little Girls“ eine eigene, fiktive weibliche Persönlichkeit zu; so auch dem Protagonisten dieser Version.
Kein klassisches Musikvideo
Tori Amos setzt bei ihrer Interpretation auf eine zurückgenommene Instrumentierung und ihren charakteristischen, eindringlichen Gesang, wodurch der Fokus auf den bedrückenden Text und die düstere Stimmung gelenkt wird, und grenzt sich damit bewusst von der energetischen New-Wave-Produktion des Originals ab.
Albumkonzept als Statement
„Strange Little Girls“ wurde für einen Grammy als „Best Alternative Music Album“ nominiert, was dem Konzeptalbum große mediale Aufmerksamkeit sicherte.
Live-Favorit für Fans
Obwohl selten Teil der regulären Setlists, genießt die Amos-Version unter Fans Kultstatus, besonders bei ihren speziellen thematischen Konzerten.

Manchmal braucht es einen Song, um das Unbegreifliche für einen Moment greifbar zu machen.

Tori Amos
Tori Amos im Interview zum Album „Strange Little Girls“ (Rolling Stone, 2001)

Rezension

Manchmal schnappt sich Tori Amos einen Song, schüttelt ihn kräftig durch, zieht ihm ein ganz neues Kleid an – und plötzlich ist er kaum wiederzuerkennen. So geschehen mit „I Don’t Like Mondays“, dem bitteren Klassiker über ein unfassbares Verbrechen. Amos traut sich, die traurige Vorlage ganz ruhig, fast introspektiv anzugehen. Der berühmte Refrain bleibt, aber er kommt mit einer Gänsehaut im Gepäck. Ein bisschen wie eine jazzige Jam Session im Kerzenschein: Amos’ Interpretationen sind nie einfach nur Coversongs, sondern kleine Psychoanalysen der Popgeschichte. Während das Original von The Boomtown Rats mit Schock und rohem Sarkasmus arbeitet, packt Amos das Kopfschütteln über die Welt in große Melancholie – und damit mitten ins Herz. Abseits solcher Neuinszenierungen ist Tori Amos grade mit eigenen, neuen Stücken auf Tour. Das aktuelle Werk „Ocean to Ocean“ zeigt, wie gut sie es versteht, relevante Themen mit persönlicher Note zu verweben – mal kämpferisch, mal verletzlich, immer angriffslustig mit dem Flügel. Wer wissen will, wie sich Klassiker und Zeitgeist treffen: Hier reinhören garantiert neue Perspektiven!

Shopping-Ecke

I Don’t Like Mondays