Manchmal schnappt sich Tori Amos einen Song, schüttelt ihn kräftig durch, zieht ihm ein ganz neues Kleid an – und plötzlich ist er kaum wiederzuerkennen. So geschehen mit „I Don’t Like Mondays“, dem bitteren Klassiker über ein unfassbares Verbrechen. Amos traut sich, die traurige Vorlage ganz ruhig, fast introspektiv anzugehen. Der berühmte Refrain bleibt, aber er kommt mit einer Gänsehaut im Gepäck.
Ein bisschen wie eine jazzige Jam Session im Kerzenschein: Amos’ Interpretationen sind nie einfach nur Coversongs, sondern kleine Psychoanalysen der Popgeschichte. Während das Original von The Boomtown Rats mit Schock und rohem Sarkasmus arbeitet, packt Amos das Kopfschütteln über die Welt in große Melancholie – und damit mitten ins Herz.
Abseits solcher Neuinszenierungen ist Tori Amos grade mit eigenen, neuen Stücken auf Tour. Das aktuelle Werk „Ocean to Ocean“ zeigt, wie gut sie es versteht, relevante Themen mit persönlicher Note zu verweben – mal kämpferisch, mal verletzlich, immer angriffslustig mit dem Flügel. Wer wissen will, wie sich Klassiker und Zeitgeist treffen: Hier reinhören garantiert neue Perspektiven!