Clockworkgod zieht mit „News from Babel“ das Megafon raus und reicht es mitten in die verworrene Kakophonie moderner Nachrichtenkanäle. Die Band, berüchtigt für ihren Hang zu opulenten Soundschichten und poetischen Text-Gebäuden, schüttelt diesmal eine Songarchitektur aus dem Ärmel, die irgendwo zwischen dystopischem Funkeln und Hoffnungspoesie flackert. Besonders catchy: Der cleane Basslauf, der mehr Ohrwurm-Potenzial hat als die Hälfte der Streaming-Top-100. Während andere Indie-Acts gerade dann ins Schwitzen kommen, wenn ein Meme viral geht, ließen sich Christopher Gödde und Steffen Rüth lieber von Morse-Codes, Babel-Bibeln und philosophischen Überlegungen remixen. Und weil ihnen Routine nun wirklich zu langweilig ist, tauchen sie im neuen Musikvideo nicht nur in abgerocktem Lost-Place-Flair auf – sondern liefern zwischen Kabelsträngen und Sprachfetzen auch das passende Bildchaos für den Deutschlandfunk der Zukunft. Ganz nebenbei werkeln sie laut jüngster Story bereits an einer satten Elektronik-EP, die noch 2024 zu hören sein soll.