Tool haben das scheinbar Unmögliche geschafft: Sie covern Led Zeppelin – und hauchen dem Klassiker „No Quarter“ eine derart tiefe, bedrohliche Atmosphäre ein, dass sogar eingefleischte Zeppelin-Fans anerkennend nicken. Es ist kein schnöder Aufguss, sondern ein echter Parforce-Ritt durch Düsternis, progressive Strukturen und das instrumentale Labyrinth, für das man Tool so liebt – oder fürchtet. Wenn Maynard James Keenan mit fast beschwörender Stimme rezitiert und Justin Chancellor am Bass hypnotische Patterns auspackt, kriegt auch der härteste Metalhead Gänsehaut. Statt auf Nummer sicher zu gehen, nutzen Tool ihre Version als experimentellen Spielplatz. Man wundert sich nicht, dass Danny Carey von Zeppelin schwärmt (und selbst gerne mal sieben Takte in einen Groove schmuggelt). Led Zeppelins Erben haben sich den Song so angeeignet, dass es schon wie ein Tool-Original daherkommt – und live gibt’s dazu noch jede Menge Laser, Nebel und projektiertes Kopfkino. Aktuell tüfteln Tool an neuen Projekten, lassen die Fans aber wie gewohnt zappeln – Geduld ist bei dieser Band schließlich Teil der Faszination.