Manche Songs brennen sich so tief in den kollektiven Musikgeist ein, dass schon eine Sekunde reicht, um Gänsehaut zu verursachen. „Nothing Compares 2 U“ ist einer davon – ein Welthit, der 1990 aus dem Nichts kam und ein Jahrzehnt definierte. Die Mischung aus minimalistischer Produktion, O’Connors glasklarer Stimme und diesem legendären Musikvideo machte den Song zum globalen Klagelied für alle Liebenden auf Entzug. Vielleicht liegt das Geheimnis des Erfolgs darin, wie persönlich dieses Lied klingt: Nichts wirkt gekünstelt, jeder heftige Atemzug sitzt. Sinéad O’Connor hat sich später oft von den Fesseln dieses Megaerfolgs befreien wollen – und ist ihren ganz eigenen (mitunter kontroversen) musikalischen Pfaden gefolgt. Trotz Skandalen, Auszeiten und öffentlichen Debatten war O’Connor stets eine Stimme für die Unangepassten, zuletzt etwa 2021 mit ihrem Buch „Rememberings“ und neuen Akustikauftritten. Und Prince? Der ließ es sich nicht nehmen, sein eigenes Lied Jahrzehnte später nochmals als Überraschung zu veröffentlichen – wohlweislich, dass Sinéads Version für immer unerreicht bleibt.