Als die Rolling Stones 1966 die Welt aufforderten, alles schwarz anzumalen, hatte noch keiner den Hauch einer Ahnung, dass in weniger als drei Minuten Songlänge Rockgeschichte geschrieben werden sollte. Ausgelassene Teenies im Flower-Power-Rausch und psychedelische Anleihen, eine Sitar, die eigentlich eher nach Maharishi und weniger nach London klingt – die Band katapultierte sich in den Olymp des Raga-Rock und bewies: Traurigkeit und Coolness schließen sich nicht aus.nMittlerweile kann sich kaum eine Stones-Setlist ein Konzert ohne „Paint It Black“ leisten – und wenn, sind Schnappatmung und enttäuschte Fangesichter garantiert. Während Mick Jagger munter zwischen TikTok, Stadion-Gigs und Social-Media-Offensiven pendelt, bleibt „Paint It Black“ ein Stück rebellischer Popkultur – unkaputtbar, minutiös kopiert, aber nie erreicht. Die Rolling Stones haben das Rad zwar nicht neu, aber dafür rabenschwarz erfunden – und rollen damit auch im Jahr 2024 genauso ungebremst durch die Playlists.