Roads von Portishead (1998)

Song Factsheet
Songtitel: Roads
Künstler: Portishead
Album: Dummy
Veröffent­lichung: 1994
Songwriter: Beth Gibbons, Geoff Barrow, Adrian Utley
Produzent: Portishead (Geoff Barrow, Beth Gibbons, Adrian Utley), Adrian Utley, Dave McDonald
Genre: Trip-Hop
Subgenre: Downtempo, Alternative
Samples oder Coverversionen: Keine Samples im Original; der Song wurde von zahlreichen Künstlern gecovert, u.a. von George Michael (Cover 2011, Live).

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Im Podcast
Episode: STH2 ep03
Motto: Soundtrack Songs
Titelnummer: 1
Presenter: Chris
Extra Info: Film: Tank Girl
Chart Platzierungen
Beste Chartplatzierung Deutschland:
· Deutschland Platz 49 1996
Top 3 Chartplatzierungen weltweit:
· UK Platz 2 1995
· Australien Platz 3 1995
· Frankreich Platz 4 1995
Auszeichnungen & Preise
Mercury Prize 1995
Blender Magazine: The 500 Greatest Songs Since You Were Born 2005
Film- und TV-Bezüge
Soundtrack u.a. in „Vanilla Sky” (2001, Regie Cameron Crowe); Featured in „High Fidelity“ (TV, Episode 3, 2020, Hulu); Erwähnung in Dokus über Trip-Hop wie „Tricky, Triphop and Bristol Sound“ (BBC, 1998)
Film- und TV-Bezüge
Soundtrack u.a. in „Vanilla Sky” (2001, Regie Cameron Crowe); Featured in „High Fidelity“ (TV, Episode 3, 2020, Hulu); Erwähnung in Dokus über Trip-Hop wie „Tricky, Triphop and Bristol Sound“ (BBC, 1998)
Quellen

Portisheads „Roads“ ist eine düstere Trip-Hop-Hymne und live ein Gänsehautgarant, deren melancholischer Sound die 90er nachhaltig prägte.

Hintergrundinfos

Der strömende Regen von Bristol
Portishead schrieben „Roads“ im regnerischen England der frühen 90er, und dieser melancholische, schwerelose Sound fängt die Stimmung der Industriestadt Bristol perfekt ein; Produzent Geoff Barrow erzählte einmal, der Song sei nach einer besonders langen Nacht in einem alten, zugigen Studio entstanden.
Beths emotionale Performance
Sängerin Beth Gibbons nahm die Vocals von „Roads“ in nur wenigen Takes auf, wobei sie bekannt dafür war, das Licht während ihrer Einsing-Sessions komplett zu dimmen, um sich voll in die Melancholie des Textes fallen zu lassen.
Live-Legende und Analog-Magie
„Roads“ entwickelte sich zu einem Live-Favoriten, nicht zuletzt wegen der analogen Synthesizer-Sounds und des atmosphärischen Fender Rhodes, das der Band ihren charakteristischen, warmen Klang ins Stück brachte und bis heute von Fans zelebriert wird.

Triviawissen

Rezensentenliebling
Musikjournalisten nutzen „Roads“ oft als Referenz für melancholische Trip-Hop-Balladen in ihren Bestenlisten.
Kein Musikvideo
„Roads“ bekam, anders als andere Portishead-Tracks wie „Sour Times“, nie ein offizielles Musikvideo, was den Song zu einem Liebling für Fan-Edits auf YouTube machte.
Berühmtes Mashup
„Roads“ entwickelte sich zu einem Live-Favoriten, nicht zuletzt wegen der analogen Synthesizer-Sounds und des atmosphärischen Fender Rhodes, das der Band ihren charakteristischen, warmen Klang ins Stück brachte und bis heute von Fans zelebriert wird.
Soundtechnik-Geekstuff
Für das sanfte Tape-Hiss verwendete das Produktionsteam analoges Aufnahme-Equipment aus den 1960ern, was für viel Wärme und Nostalgie sorgt.
Namensgeber
Das britische Indie-Label „Roads Music“ benannte sich nach der hypnotischen Wirkung des Tracks.

It’s hard to perform ‘Roads’ without feeling completely exposed.

Beth Gibbons
Interview mit The Guardian (2008) über ihren sehr persönlichen Gesang bei diesem Song und die Live-Performance.

Rezension

Manchmal braucht es nur ein paar Tasten auf dem Fender Rhodes und eine Stimme, die klingt wie ein Abschiedsbrief an alle schlechten Tage, um Songgeschichte zu schreiben. In „Roads“ gleitet Beth Gibbons mit knisternder Zerbrechlichkeit über den Beat — und plötzlich ist das Wohnzimmer ein verraucht-verträumter Jazzclub irgendwo zwischen Bristol und der Unendlichkeit. Schon fast ironisch, dass der Song, der so universelle Verlorenheit transportiert, ganze Generationen verbindet wie ein musikalisches Rettungsseil.Portishead sind nie den leichten Weg gegangen. Aktuell arbeitet die Band laut Interview-Schnipseln zwar wieder an Musik, lässt sich aber Zeit — was nach „Dummy“ und „Third“ niemanden mehr wundert. Ihre Songs reizen die Grenze zwischen Understatement und epochaler Größe aus, und selbst Jahre später hallt „Roads“ im Kosmos der melancholischen Musik nach. Wer Portishead live erlebt hat, weiß: Diese Band braucht keine grellen Lichter, sondern maximal ein Licht am Ende der Straße.