Wenn der Mars in die Charts kracht, dann ist wahrscheinlich Marilyn Manson am Werk – und „The Dope Show“ ist genau so ein außerirdischer Bruch in der späten 90er-Musiklandschaft. Nicht nur musikalisch hat der Song mit seinem schmutzigen Glam-Rock-Sound und der rotzigen Ironie einiges angestoßen, auch optisch wurde mit androgynen Outfits und latexlastigen Alien-Inszenierungen Neues gewagt. Die Reaktionen blieben nicht aus: Ein Mix aus Skandal, Faszination und Kunsthype schob den Song schnell weltweit in die Charts und ließ ihn zum Signature-Track des Albums werden. Während manche schockiert waren, feierten andere Manson genau für diese Grenzgänge – und das Musikvideo wurde sogar zur Kunst, die länger Bestand hat als der damalige Skandal. Wer heute auf die Instagram-Profile von Manson schaut, findet einen Künstler, der nichts von seiner Inszenierungslust verloren hat. Zwar dominieren mittlerweile andere Themen seinen Alltag, aber das Gespür für große Auftritte und Provokationen – das ist seit „The Dope Show“ sein Markenzeichen. Und manchmal, wenn ganz genau hingehört wird, klingt zwischen all der Ironie noch die eine Frage durch: Wer spielt hier eigentlich die größte Rolle, und wer schaut nur zu?